Software Risikomanagement
Poster: Einführung Risikomanagement (nach ISO 31000)
Alles auf einen Blick: Dieses Poster zeigt Ihnen übersichtlich alle wichtigen Phasen bei der Einführung eines Risikomanagements auf
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Praktisches Beispiel aus dem Qualitätsmanagement
In einem Unternehmen werden Spiegelsysteme gefertigt. Die komplexen Produkte haben sowohl einen Kunststoffbaukörper als auch einen elektrischen Antrieb für den Spiegel und die entsprechende Mechanik. Diese Mechanik ist anfällig und so kommt es immer wieder zu Störungen. Nach drei bis vier Jahren sind die mechanischen Teile verschlissen und der Spiegel lässt sich nicht mehr verstellen. Die Folgen sind in 10 % aller Fälle Reklamationen zu Lasten des Unternehmens, in den restlichen Fällen trägt der Kunde die Kosten und lässt den Spiegel reparieren.
Folgen für den Qualitätsmanager
Es steht nun die Entscheidung an, ob die Produktionsabläufe verbessert werden sollen, um bessere Spiegelsysteme zu produzieren. Der Qualitätsmanager sieht hier den Bedarf, die mangelhafte Konstruktion zu verändern; schließlich lässt es sich mit seinem Verständnis von Qualität nicht vereinbaren, dass man „so schlechte“ Produkte fertigt. Null-Fehler ist ein Qualitätsziel und dies gilt es zu erreichen.
Die Geschäftsleitung lehnt ab, wegen zu hoher Kosten und weil die Problematik keine Relevanz für das Unternehmen habe.
Qualitätsmanagement und Risikomanagement
Vorausgegangen war eine Betrachtung der Situation unter den Aspekten der ISO 31000. In der Risikoanalyse ist man, wie der Qualitätsmanager, zu dem Ergebnis gekommen, dass nach einem gewissen Zeitraum ein großer Ausfall der Mechanik stattfindet. Risikomanagement nach ISO 31000 bietet nun mehrere Optionen: Im Rahmen der Risikobewertung werden eben und besonders auch die wirtschaftlichen Folgen des Ausfalls berücksichtigt. Nur in 10 % der Fälle werden die Folgen durch das Unternehmen getragen. Dafür wird eine Versicherung abgeschlossen, deren jährliche Prämie gut durch den erzielten Unternehmensgewinn aufgebracht werden kann. Eine Umstellung der Fertigung dagegen wurde als sehr risikoreich bewertet, denn aufgrund der statistischen Methoden und der daraus gelieferten Daten ist es als wahrscheinlich anzunehmen, dass diese Umstellung wiederum zu anderen Problemen führen wird.
In der Konsequenz der Risikomanagementbetrachtung nach ISO 31000 akzeptiert das Unternehmen die Tatsache, dass es fehlerhafte Produkte fertigt. Es überträgt die Folgen dieses Risikos an eine dritte Partei (Versicherung).
Fazit
Nicht immer ist eine Null-Fehler-Qualitätspolitik sinnvoll – vor allem dann nicht, wenn die Fehler keine oder nur geringe Folgen haben.
